Wer regelmäßig größere Mengen Rundholz zu Brennholz verarbeitet, kommt an einem zentralen Punkt nicht vorbei: Sägen und Spalten in getrennten Arbeitsschritten kosten bei wachsendem Durchsatz zunehmend Zeit und Personal. Sägespaltautomaten führen beide Arbeitsschritte in einer Maschine zusammen und richten sich damit an Forstbetriebe, Kommunen, Landwirtschaft und gewerbliche Brennholzproduzenten, die Stämme in einem durchgehenden Ablauf auf Ofenlänge bringen.
Dieser Ratgeber vergleicht die bei Baushop Express meistgefragten Baureihen von Brugger und Lumag, zeigt anhand von Spaltkraft, Antriebsart und Automatisierungsgrad, welches System zu welcher Holzmenge passt, und ordnet die relevanten Sicherheitsanforderungen für den gewerblichen Einsatz ein.
Inhaltsverzeichnis
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1. Warum Sägespaltautomaten? Einsatzzweck und Funktionsweise
Einsatzzweck im Forst- und Brennholzbetrieb
Klassisch werden Stämme zunächst mit der Kettensäge oder Wippsäge auf Ofenlänge gebracht und anschließend separat gespalten. Bei größeren Mengen entstehen dadurch zwei getrennte Arbeitsstationen mit doppeltem Rüst- und Transportaufwand. Ein Sägespaltautomat übernimmt beide Schritte in einem einzigen Arbeitsgang und eignet sich damit besonders für Forstbetriebe, Brennholzhändler, landwirtschaftliche Betriebe und Kommunen, die regelmäßig größere Rundholzmengen verarbeiten.
Funktionsprinzip
Der Stamm wird auf das Auflagebett gelegt und von der integrierten Sägeeinheit (Kettensäge oder Bandsäge, je nach Modell) auf die eingestellte Länge geschnitten. Anschließend fördert die Maschine das abgelängte Stück automatisch oder halbautomatisch zum hydraulischen Spaltzylinder, der es durch ein Spaltkreuz oder einen Spaltkeil presst. Ausschlaggebend für die Wahl des passenden Systems sind vor allem die erreichbare Spaltkraft, der maximale Schnittdurchmesser sowie die Art des Antriebs.
Wichtige Begriffe und Antriebsarten im Überblick
Damit der Vergleich einzelner Modelle leichter fällt, fasst die folgende Übersicht die zentralen Kennzahlen links und die Unterschiede bei Antrieb und Bauart rechts zusammen.
Kennzahlen
Antrieb & Bauweise
2. Die passende Klasse in drei Fragen
Jährliche Holzmenge, vorherrschende Holzart und die verfügbare Energiequelle am Einsatzort entscheiden gemeinsam darüber, welche Geräteklasse sinnvoll ist, bevor der Artikel die einzelnen Baureihen im Detail behandelt.
In drei Schritten zur passenden Baureihe
Jede Antwort führt entlang des Wegs näher an die passende Baureihe heran.
Wie viel Holz verarbeiten Sie pro Jahr?
Bis ca. 20 Ster/Jahr Gelegentliche, überschaubare Chargen Über 20 Ster/Jahr Regelmäßiger DauereinsatzWelche Holzart verarbeiten Sie überwiegend?
Weich- bis mittelhart Fichte, Kiefer, Birke, Lärche Überwiegend Hartholz Buche, Eiche, EscheWelche Energiequelle steht am Einsatzort bereit?
Fester 400-V-Anschluss Stationär auf Hof oder im Lager Kein Stromanschluss Mobiler Einsatz im Wald3. Kategorieneinteilung & Systemvergleich
Im Sortiment von Baushop Express bilden zwei Baureihen den Kern der Nachfrage bei Sägespaltautomaten: die mechanisch geführte Brugger-Reihe und die vollhydraulische Lumag-PRO/PROS-Reihe. Der folgende Überblick ordnet beide Systeme nach Spaltkraft und Haupteinsatz ein.
| Gerätekategorie | Merkmal / Referenz | Typische Spaltkraft | Haupteinsatz |
|---|---|---|---|
| Brugger Sägespaltautomaten (SA38 / SA48 Pro) | Mechanisches Spaltkreuz, wählbare Spaltkeile in 4-, 6- oder 8-facher Ausführung | 12–20 Tonnen | Forstbetriebe, Kommunen, Sägewerke mit wechselnden Chargen und Holzarten |
| Lumag Vollhydraulische Sägespaltautomaten (SSA400/SSA500-PRO/PROS) | Hydraulischer Vorschub, PROS-Ausführung mit größerem Zuführ- und Abförderband | 10–15 Tonnen | Brennholzbetriebe, Landwirtschaft, Dauerbetrieb mit hohem Durchsatz |
4. Brugger Sägespaltautomaten im Detail
Die Brugger-Reihe kombiniert eine Kettensäge mit einem mechanisch geführten Spaltkreuz und deckt mit den Modellen SA38 und SA48 Pro sowohl den Einstieg als auch den Dauerbetrieb mit Hartholz ab. Beide Modelle sind wahlweise mit Elektro-, Benzin- oder Zapfwellenantrieb erhältlich.
Die folgenden drei Sägespaltautomaten gehören zu unseren Produktempfehlungen für Forstbetriebe und Brennholzproduzenten mit wechselnden Holzarten:
Brugger Sägespaltautomat SA48 Pro, Elektromotor 9,5 kW/400 V
- Spaltkraft20 Tonnen
- Spaltdurchmesserbis 48 cm
- EinsatzbereichStationärer Dauerbetrieb, auch Hartholz
Brugger Sägespaltautomat SA48 Pro, Benzinmotor Kohler 14 PS
- Schnittlänge15–50 cm stufenlos
- Schwertlänge55 cm
- EinsatzbereichMobiler Einsatz ohne Stromanschluss
Brugger Sägespaltautomat SA38
- Spaltkraft12 Tonnen
- Spaltdurchmesserbis 38 cm
- EinsatzbereichEinstieg in die mechanische Klasse
5. Lumag Vollhydraulische Sägespaltautomaten im Detail
Die Lumag-Reihe SSA400/SSA500 arbeitet vollhydraulisch: Sägeeinheit, Vorschub und Spaltzylinder werden gemeinsam gesteuert, in der PROS-Ausführung ergänzt um ein Zuführ- und Abförderband für den durchgehenden Betrieb.
Vom Stamm zum gestapelten Scheit
Vier Arbeitsschritte laufen bei der vollhydraulischen Baureihe ohne manuellen Eingriff hintereinander ab.
| 1 |
Stamm auflegen
Der Stamm wird auf das Zuführband oder direkt auf das Auflagebett gelegt und gegen Verrutschen fixiert. |
| 2 |
Auf Länge sägen
Die hydraulisch geführte Sägeeinheit trennt den Stamm auf die zuvor eingestellte Scheitlänge ab. |
| 3 |
Spalten
Der Spaltzylinder presst das Stück durch das Spaltkreuz und teilt es in mehrere Scheite. |
| 4 |
Abtransport über das Förderband
Bei den PROS-Modellen übernimmt ein Abförderband den Weitertransport direkt in Big Bags oder auf einen Anhänger. |
Die folgenden drei Sägespaltautomaten gehören zu unseren Produktempfehlungen für Brennholzbetriebe mit hohem Durchsatz:
Lumag Hydr. Sägespaltautomat SSA500GH/EH/ZH-PROS inkl. Förderband
- Spaltkraft15 Tonnen
- Schnittlänge50–55 cm
- EinsatzbereichDauerbetrieb mit hohem Durchsatz
Lumag Sägespaltautomaten SSA500GH/EH/ZH-PRO, hydraulisch
- Kapazität5–8 m³ Holz pro Stunde
- Beschickungmanuell, ohne Förderband
- EinsatzbereichRegelmäßiger Betrieb ohne Spitzenlast
Lumag Sägespaltautomaten SSA400H-PRO/S
- Spaltkraft10 Tonnen
- Spaltdurchmesserbis 38 cm
- EinsatzbereichKompakter Einstieg in die vollhydraulische Klasse
6. Rechtssicherheit & Normen
Relevant wird die Normenlage bereits vor der Kaufentscheidung: Bediener stehen bei Säge- und Spaltvorgang nah an bewegten Werkzeugen, weshalb Sägespaltautomaten über Schutzeinrichtungen verfügen müssen, die ein Eingreifen in den Gefahrenbereich verhindern. Für den gewerblichen Betrieb kommen außerdem Vorgaben zur persönlichen Schutzausrüstung und zur elektrischen Sicherheit hinzu. Für den konkreten Einsatz ergeben sich daraus folgende Klassen und Prüfpflichten:
DIN EN 609-1Sicherheit von Holzspaltmaschinen – Keilspaltmaschinen.
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DIN EN ISO 13850Sicherheit von Maschinen – Not-Halt-Funktion.
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DGUV Vorschrift 3Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel.
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Die CE-Kennzeichnung des Herstellers bestätigt die Einhaltung dieser Anforderungen; die Prüfintervalle nach DGUV Vorschrift 3 betreffen ausschließlich die Elektro-Antriebsvariante und sind vom Betreiber eigenständig zu organisieren.
7. Wartung und Standzeit im Dauereinsatz
Ein Sägespaltautomat vereint zwei verschleißanfällige Baugruppen in einer Maschine: die Sägeeinheit und das Hydrauliksystem. Eine feste Wartungsroutine verlängert die Standzeit deutlich und verhindert ungeplante Ausfälle im laufenden Betrieb.
Regelmäßige Pflege in vier Schritten
Diese Reihenfolge hat sich im gewerblichen Dauereinsatz als praxistauglich etabliert.
| 1 |
Hydrauliköl und Ölstand prüfen
Ölstand vor jeder Schicht kontrollieren, den vom Hersteller vorgegebenen Ölwechselintervall einhalten. |
| 2 |
Sägekette bzw. Sägeband schärfen und spannen
Stumpfe Schneiden erhöhen die Schnittzeit und belasten den Antrieb unnötig – regelmäßiges Schärfen und Nachspannen gehört zur Grundpflege. |
| 3 |
Hydraulikanschlüsse und Dichtungen kontrollieren
Schläuche, Verschraubungen und Dichtungen auf Undichtigkeiten prüfen, besonders nach längeren Standzeiten im Freien. |
| 4 |
Sägemehl und Holzreste entfernen, trocken einlagern
Ablagerungen an Führungen und Spaltkreuz begünstigen Korrosion; nach Schichtende gereinigt und wettergeschützt abstellen. |
8. Elektrischer Anschluss & Standortvorbereitung
Anders als die Benzin- oder Zapfwellenvariante ist die Elektro-Variante an einen festen 400-V-Drehstromanschluss gebunden, der vor der Lieferung am Einsatzort vorhanden sein muss. Wird die erforderliche Absicherung erst nach Anlieferung festgestellt, steht die Maschine bis zur Elektrikerbeauftragung ungenutzt.
Lumag SSA500-EH-PROS
Brugger SA48 Pro, Elektro
Bei einer Stromaufnahme von 18,4 A reicht ein kleiner 16-A-CEE-Drehstromanschluss nicht aus – erforderlich ist mindestens ein 32-A-CEE-Anschluss. Für die Brugger-Baureihe ist der genaue Ampere-Wert nicht auf der Produktseite angegeben; ein baugleich dimensionierter Anschluss ist vor Lieferung anhand des Datenblatts oder mit dem Kundenservice zu klären. Zusätzlich sollte der Aufstellplatz einen ebenen, tragfähigen Untergrund für das Betriebsgewicht von 700 bis 950 kg bieten.
9. Zubehör & Anbauteile
Neben den Sägespaltautomaten selbst lohnt sich ein Blick auf passendes Zubehör und auf eine schlankere Alternative für Betriebe, die vorrangig sägen statt spalten müssen.
Zubehör für Lumag Sägespaltautomaten SSA
Ersatz- und Anbauteile für die SSA-Baureihe, u. a. Verschleißteile für Sägeeinheit und Spaltkreuz.
Zum Produkt →Alternative: Brennholzwippsäge ohne Spaltfunktion
Für Betriebe, die überwiegend sägen statt spalten: die Elektra Beckum Brennholzwippsäge BW 751 als reine Sägelösung ohne integrierten Spaltzylinder.
Zum Produkt →10. Produktmatrix
Welches System eignet sich für welchen Einsatzfall? Die folgende Übersicht ordnet die vorgestellten Baureihen konkreten Betriebssituationen zu.
Hoher Durchsatz im gewerblichen Dauerbetrieb
Brennholzbetriebe mit regelmäßig großen Mengen profitieren von der vollhydraulischen Steuerung und dem integrierten Abförderband.
Flexibler Betrieb ohne festen Stromanschluss
Für den mobilen Einsatz im Wald oder auf wechselnden Lagerplätzen eignen sich Benzin- oder Zapfwellenantrieb.
Kompakter Einstieg in die automatisierte Klasse
Für Betriebe mit überschaubaren Jahresmengen, die den Umstieg vom manuellen Sägen und Spalten planen.
11. Fazit
Ein Sägespaltautomat ersetzt zwei separate Arbeitsstationen durch eine einzige Maschine und reduziert damit vor allem den Personalaufwand pro verarbeitetem Ster Holz. Bei einer jährlichen Holzmenge, die den Einsatz mehrerer Arbeitskräfte an getrennten Säge- und Spaltstationen rechtfertigen würde, amortisiert sich die höhere Anschaffungsinvestition in der Regel über die eingesparten Personalstunden innerhalb wenigen Betriebssaisons. Bei gelegentlicher Nutzung unterhalb dieser Schwelle bleibt die getrennte Bearbeitung mit Wippsäge und einfachem Holzspalter häufig die wirtschaftlichere Lösung.
12. Häufige Fragen
Wie groß sollte die Schnittlänge eingestellt werden?
Die Schnittlänge sollte üblicherweise auf 25 bis 55 cm eingestellt werden, abhängig von der gewünschten Ofen- oder Kaminöffnung. Die meisten Modelle lassen sich stufenlos oder in festen Stufen auf die passende Länge einstellen.
Wie laut sind Sägespaltautomaten im Betrieb?
Elektro-Modelle arbeiten deutlich leiser als Benzin- oder Zapfwellenantriebe. Dadurch eignen sie sich besser für den Einsatz in Wohnnähe oder in geschlossenen Hallen.
Wie wartungsintensiv sind die Geräte im Dauerbetrieb?
Der Wartungsaufwand ist bei regelmäßiger Pflege überschaubar. Entscheidend sind ein fester Wartungsrhythmus für Hydrauliköl, Sägeeinheit und Dichtungen, wie im Kapitel Wartung und Standzeit beschrieben.
Was unterscheidet den Brugger SA48 Pro von der Lumag SSA500-PROS-Baureihe?
Der Brugger SA48 Pro führt das Spaltkreuz mechanisch, während die Lumag SSA500-PROS-Reihe vollhydraulisch arbeitet. Der SA48 Pro bietet zusätzlich wechselbare Spaltkeile für unterschiedliche Scheitgrößen, die Lumag-Reihe ergänzt den Prozess um ein Zuführ- und Abförderband für den durchgehenden Betrieb ohne manuellen Eingriff.
Welche Antriebsart ist für den mobilen Einsatz im Wald am sinnvollsten?
Ohne festen Stromanschluss sind Benzinantrieb oder Zapfwellenantrieb die praxistauglicheren Optionen gegenüber dem Elektromotor. Der Zapfwellenantrieb setzt dabei einen vorhandenen Traktor mit passender Zapfwellenleistung voraus.
Kann ich einen Sägespaltautomaten mit Zapfwellenantrieb auch ohne Traktor betreiben?
Nein, ein Sägespaltautomat mit Zapfwellenantrieb lässt sich nicht ohne Traktor betreiben. Er benötigt einen Traktor mit ausreichender Zapfwellenleistung (bei den hier vorgestellten Modellen ca. 20 PS) und ist ohne diesen Anschluss nicht funktionsfähig.
Ist für den Betrieb eine gesonderte Kettensägen-Ausbildung erforderlich?
Für die maschinell geführte Sägeeinheit selbst ist keine gesonderte Kettensägen-Ausbildung vorgeschrieben. Das liegt daran, dass das Werkzeug nicht freihändig geführt wird. Die Bedienung sollte trotzdem nur durch eingewiesene Personen erfolgen, die mit der Betriebsanleitung vertraut sind.
Wie wirkt sich der Automatisierungsgrad auf die Durchsatzleistung aus?
Vollhydraulische Modelle mit Förderband erreichen im Dauerbetrieb einen deutlich höheren Durchsatz als mechanisch geführte Systeme. Das liegt daran, dass Sägen, Spalten und Abtransport ohne manuellen Zwischenschritt ablaufen.
Welchen Stromanschluss benötigt die Elektro-Variante?
Die Elektro-Variante benötigt einen 400-V-Drehstromanschluss. Bei den hier vorgestellten Modellen mit 9,5 kW reicht ein kleiner 16-A-CEE-Anschluss nicht aus, siehe Kapitel Elektrischer Anschluss & Standortvorbereitung. Der passende Anschluss sollte vor der Lieferung am Einsatzort stehen.
Welcher Sägespaltautomat ist der beste für meinen Betrieb?
Das passende Modell richtet sich nach Durchsatz und Standort, nicht nach einem allgemeinen Testsieger. Für den mobilen Einsatz ohne Stromanschluss ist der Brugger SA48 Pro mit Benzinmotor am praxistauglichsten, für stationären Dauerbetrieb mit hohem Durchsatz die Lumag SSA500-PROS mit Förderband, und für den Einstieg in kleinere Brennholzbetriebe der kompaktere Lumag SSA400H-PRO/S. Unabhängige Testberichte einzelner Fachmagazine spiegeln dabei immer nur einen Einsatzfall wider, die tatsächliche Eignung hängt von Stammlänge, Durchsatz und Stromversorgung am Einsatzort ab, siehe Kapitel 2.
Fazit: Die passende Wahl richtet sich weniger nach der Marke als nach Holzmenge, Holzart und verfügbarer Energiequelle am Einsatzort – die Entscheidungshilfe in Kapitel 2 und der Systemvergleich in Kapitel 3 fassen die wichtigsten Kriterien zusammen.



